Bayerische Staatsregierung - Wappen

„Anstoß für Fußball und Ausbildung“

initiiert von der bayerischen Staatsregierung in der Partnerregion
Sao Paulo anlässlich der WM 2014.

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Erfahrungsbericht Resümee der ersten Phase
(1. 11. 2011 bis 31. 4. 2012):

Brasilien, insbesondere auch der Bundesstaat und die Industriemetropole Sao Paulo, sind im Vorfeld der Fußball-WM 2014 und der wachsenden globalen Bedeutung des Landes zunehmend international gefragte Ansprechpartner auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene. Im Anbetracht der sich anbahnenden und sich abzeichnenden Aktivitäten anderer Länder und Regionen war die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, frühzeitig ein Sozialprojekt zu initiieren, absolut richtig. Brasilien muss sich seinerseits in diese neue Rolle einfinden und ist nicht immer ein bequemer Gesprächs- und Verhandlungspartner. Insofern ist es ein großer Erfolg der Staatsregierung, zum ersten Mal überhaupt in Brasilien ein Pilotprojekt zu initiieren, das dem Modell des deutschen dualen Ausbildungssystems folgt. Diesbezügliche (aber letztlich gescheiterte) Versuche gab es bereits in den neunziger Jahren. Als Haupthindernisse erweisen sich die stark abweichende Ausbildungskultur brasilianischer Unternehmen und bürokratische Hürden. Hier ist zum ersten Mal der Wille und die Absicht erkennbar, das „Modell Dual“ in Brasilien in einem Pilotprojekt zu testen und auszuprobieren die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat mittlerweile mehrfach öffentlich betont, dass sie ein solches Modell befürwortet und fördern will). (Auch das zweite Ziel ist erreicht, Jugendlichen über die normale Betreuung herkömmlicher sozial motivierter Fußballschulen hinaus eine nachhaltige Ausbildungs- und Lebensperspektive zu bieten.

Das ursprünglich avisierte Ziel, gemeinsam mit der Landesregierung von Sao Paulo ein Ausbildungsprojekt auf dem Gelände des künftigen WM-Stadions Ipirapuera (Besitzer: FC Corinthians) zu installieren, erwies sich als schwierig. Ausschlaggebend waren zwei Gründe: Der Präsident des FC Corinthians, Andres Navarro Sanchez, der unser direkter Ansprechpartner für das Stadionprojekt war, trat Ende 2011 von seinem Amt zurück, um zum brasilianischen Fußballverband als Direktor der Nationalmannschaft zu wechseln. Sein Nachfolger Mario Gobbi nahm seine Amtsgeschäfte erst zum 1. April auf. Der Verein bestand darauf, dass Gespräche bezüglich des Projektes ausschließlich auf Präsidentenebene geführt werden müssten. 

Das Erziehungsministerium des Bundesstaates Sao Paulo hatte ein vordingliches Interesse an der Installierung eines Deutschkurses. Die Verbesserung des Fremdspracheniveaus hat im Hinblick auf die WM für das Erziehungsministerium Priorität. Beide Punkte erwiesen sich für die geplante Umsetzung des von der bayerischen Staatsregierung definierten Projektzieles als zusätzliche Hürden, die mit viel Überzeugungskraft und einem erheblichen Zeitaufwand überwunden werden mussten.

Die aufgrund dieser Schwierigkeiten vorgenommen Korrekturen erwiesen sich als außerordentlich erfolgreich und vielversprechend:

  • Der offizielle Ansprechpartner seitens der Landesregierung Sao Paulo ist jetzt das Ausbildungszentrum Paula Souza, das das Projekt in Zukunft begleiten wird und als Prüfungsinstanz wichtig ist.
  • Der nationale Ausbildungsservice für technisch - industrielle Berufe SENAI ist Partner bei der theoretischen Ausbildung.
  • Kolping do Brasil ist bereit, nach der vollständigen Installierung des Projektes die Abwicklung und Sozialbetreuung zu übernehmen.
  • Die Fußballschule „Nosso Sonho“, ein Projekt des Fußballverbandes Sao Paulo für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren, bietet sich als Partnerorganisation für die Auswahl von Jugendlichen für die Ausbildung an.
  • Dazu kommen auch andere Projekte wie „Gol di Letra“ (hier hat die Firma Adidas, die ein Projekt mit „Gol di Letra“ unterhält, in einem ersten Gespräch ev. Bereitschaft signalisiert, ev. auch die Ausbildung einiger Jugendlicher mit zu fördern).
  • Das bayerische Kultusministerium und die IHK München und Oberbayern sind bereit, bei der Erstellung des theoretischen Materials und der Ausbildungspläne zu helfen. Dieses Material ist die Basis der Ausbildung in Sao Paulo, Pläne und Unterlagen werden mit SENAI und Paula Souza den brasilianischen Bedingungen angepasst. Die Strategie, das Modellprojekt möglichst konzentriert mit bayerischen Partnern vorzubereiten und zu initiieren, erweist sich als kostensparender und erfolgskonzentrierter Weg.

Sao Paulo, im Januar 2013